• Zeitzeugenbesuch - Abba Naor
Holocaust-Überlebender Abba Naor zu Gast -
ein persönlicher und bewegender Einblick in seine Geschichte
Nachdem die diesjährigen Abschlussschüler bereits im vergangenen Schuljahr das Thema „Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg“ im Geschichtsunterricht behandelt und das KZ Dachau besucht hatten, erwartete sie im März etwas ganz Besonderes: Der Holocaust-Überlebende Abba Naor, der selbst im KZ Dachau inhaftiert war, kam an unsere Realschule.
Abba Naor ist ein jüdischer Holocaust-Überlebender. Er wurde am 21. März 1928 in Litauen geboren. Mit dreizehn Jahren kam er zusammen mit seinen Eltern und seinen beiden Brüdern in das Ghetto in Kaunas. Sein älterer Bruder wurde im Fort IX erschossen. Die Familie wurde in das Konzentrationslager Stutthof deportiert, wo Abba seine Mutter und seinen Bruder zum letzten Mal sah. Abba Naor wurde dann in verschiedene Außenlager des KZ-Dachau transportiert, wo er schwerste Zwangsarbeit leisten musste. Im Frühjahr 1945 wurde er auf einen Todesmarsch geschickt. Nach der Befreiung durch die US-Armee traf er seinen Vater wieder und emigrierte nach Israel. Dort arbeitete er für den Geheimdienst. Heute besucht er als Zeitzeuge Schulen und Universitäten und setzt sich gegen das Vergessen der NS-Verbrechen ein.
Der mittlerweile fast 92-Jährige ermöglichte den Zehntklässlern einen ganz besonderen Zugang zur Vergangenheit und berichtete auf emotionale und fesselnde Weise von seiner ganz persönlichen Geschichte. Die Schüler lauschten Abba Naor gespannt und nutzen die Zeit nach dem Vortrag für ihre Fragen. Diese reichten vom sehr Persönlichen, ob Herr Naor auch heute noch Albträume in Bezug auf seine Vergangenheit hat, bis hin zum Politischen, wie er aus seiner Sicht den sogenannten "Rechtsruck" in der Gesellschaft sieht und bewertet. Die Ruhe im Raum nach seinem gut zweistündigen Vortrag und der sich anschließenden Fragerunde bewiesen, wie sehr sich die Heranwachsenden für seine Geschichte interessierten und so mancher Seufzer und viele nachdenkliche Gesichter zeigten im Anschluss, wie bewegend dieser Vortrag war.
Da Herr Naor keinen Wert auf Materielles legt, bedankten sich die 10. Klässler mit etwas sehr Persönlichem: Jeder hatte einen Brief für den Zeitzeugen verfasst. Über diese freute sich der Beschenkte sehr. Für die Jugendlichen und für uns Lehrer war dieser Besuch etwas ganz Besonderes und wir hoffen sehr, dass es nicht der letzte dieses besonderen Mannes gewesen ist!
Sandra Reigl

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