Kooperationsmodell der Mittelschule und Realschule Oberding

Am Mittwoch, den 25. April 2012, wurde im Landratsamt Erding das Kooperationsmodell der Mittelschule Oberding mit der Herzog Tassilo Realschule Erding unterzeichnet. Beide Schulen haben unter Federführung der damaligen Schulleiter Peter Hauser (Mittelschule Oberding) und Michael Altmann (Herzog Tassilo Realschule Erding) ein pädagogisches Konzept ausgearbeitet.

Dieser Kooperationsvertrag wurde von den Schulleitern beider Schulen, Susanna Fink, der damaligen Vorsitzenden des Elternbeirates der Mittelschule Oberding, Helmut Lackner, Bürgermeister der Gemeinde Oberding, Martin Bayerstorfer, Landrat des Landkreises Erding sowie von Peter Peltzer, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberbayern-Ost, unterzeichnet.


Kooperationsvertrag (April 2012)

„ ZWEI Schularten - EIN Weg ins Leben"

Pädagogische Grundlagen eines Kooperationsmodells für die Neugründung einer 2-zügigen Realschule (Oberding) in räumlicher und organisatorischer Zusammenarbeit mit der Mittelschule Oberding im Landkreis Erding

 

1. Welche rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen gibt es?

Das vorliegende Modell basiert auf den beiden Bekanntmachungen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 06. Dezember 2010 Az.: S 1-5 S 7641-4.106 180 und vom 9. Januar 2012 Az.: S 1-5 S 7641-4b.125 762. Darin sind die folgenden übergeordneten pädagogischen Ziele genannt:

  • Stärkung der Durchlässigkeit beider Schularten
  • Senkung der Zahl der Übertritte von der Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule auf die Jahrgangsstufe 5 der Realschule
  • Erleichterung des Übertritts von Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule auf Jahrgangsstufe 6 der Realschule
  • Senkung der Wiederholerquoten in allen Jahrgangsstufen
  • Senkung der Zahl der Schüler ohne Abschluss

2. Wie sieht das Kooperationsmodell konkret aus?

Vorbemerkung:
Das Kooperationsmodell zwischen der 2-zügigen Realschule und der Mittelschule Oberding basiert auf folgenden schulischen Entwicklungsbausteinen:
 
2.1 Erziehung
Gemäß der Bayerischen Verfassung (Art. 131) spiegelt sich schulische Arbeit unter dem Begriff Erziehung in den Elementen:
 
Persönlichkeitsbildung und Persönlichkeitsentwicklung
  • Charakterbildung
  • Ganzheitliche Bildung
  • Wertevermittlung
  • Konflikterziehung
  • Soziales Lernen

2.2 Förderung/Förderungskonzept

Ziel ist es, Intensivierungs- und Ergänzungsunterrichte auf der Grundlage eines individuellen Förderplans für jeden Schüler in beiden Schularten anzubieten. Beide Schularten entwickeln ein Förderkonzept. Die Ressourcen entsprechen mindestens denen, die in der KMBek. vom 06.12.2010 unter Abschnitt Nr. 6 vorgesehen sind.

  • Weiterhin sollen neben lehrplanrelevanten Kompetenzen weitere Einzelkompetenzen im Sinne eines ganzheitlichen Förderkonzepts gestärkt werden.

2.3 Vorbereitung auf das Leben/Berufsorientierung

Ein verstärkter Praxisbezug bereitet gezielt auf die Anforderungen des Arbeitslebens.
Dies geschieht durch:

  • Praxisnähe im Unterricht und Ergänzung durch externe Praktika, Bewerbertrainings etc.
  • vertiefte Berufsorientierung durch intensive Kooperationen mit Betrieben der lokalen und regionalen Wirtschaft

 

2.4 Vermittlung von Wissen und Kompetenzen

  • kompetenzorientierte Unterrichtskonzepte
  • Unterricht mit zeitgemäßen, modernen Medien
  • zusätzliche individuelle/modulare Förderung durch Lehrkräfte
  • Projektorientierung und schülerorientierte, offene Unterrichtsformen
 
2.5 Kooperation mit außerschulischen Partnern
  • Kooperation mit der Gemeinde und dem Landkreis
  • Kooperation mit anderen Schularten (Berufsschule, FOS, BOS,…)
  • Kooperation mit lokalen/regionalen Betrieben (OBI Erding, FMG, …)
  • Kooperation mit externen Fachleuten und Institutionen (BIZ, Agentur für Arbeit, …)

 

3. Maßnahmen

Vorbemerkungen:

Die Eigenständigkeit beider Schularten wird gewahrt.

Die organisatorischen und inhaltlichen Fragen werden von beiden Schularten konsensorientiert und kollegial geplant und durchgeführt.

3.1 Jahrgangsstufen 5/6

3.1.1 Ziele:

  • Stärkung der Durchlässigkeit beider Schularten durch gezielte individuelle Förderung
  • Senkung der Zahl der Übertritte von der Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule auf die Jahrgangsstufe 5 der Realschule
  • Unterstützung des Übertritts von Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule auf Jahrgangsstufe 6 der Realschule

3.1.2 Schritte zur Umsetzung:

  • Ein Förderkonzept (mit der Einrichtung von Intensivierungseinheiten bzw. Förderstunden) wird von den Schulen gemäß der o.a. KMBek., Abschnitt 4.2 entwickelt
  • Der am Förderkonzept orientierte gemeinsame Ergänzungsunterricht soll durch einzelne Kurse (Module) beschrieben werden
  • Schüler beider Schularten mit Schwächen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik erhalten durch Intensivierungseinheiten bzw. Förderstunden so viel an Basiswissen, dass sie ohne Probleme die 5. Jahrgangsstufe bestehen können
  • Dieses Konzept stärkt die verbleibenden Mittelschüler und ermöglicht einzelnen guten Mittelschülern den direkten Übertritt aus Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule in die Klasse 6 der Realschule
  • Eine entsprechende kooperative Beratung der Eltern soll die Entscheidung (Passung) für den richtigen Bildungsgang sichern

 

3.2 Jahrgangsstufen 7/8

3.2.1 Ziele:

Senkung der Wiederholerquoten

3.2.2 Schritte zur Umsetzung:

Eine Weiterführung der Intensivierungseinheiten bzw. Förderstunden an beiden
Schularten (ggfs. gemeinsam durch Lehrkräfte der Mittelschule bzw. Realschule) stellt in
der Regel ab dem 2. Halbjahr sicher, den gefährdeten Schülern ein Vorrücken am
Schuljahresende zu ermöglichen.

3.3 Jahrgangsstufe 9

3.3.1 Ziele:

  • Senkung der Wiederholerquote
  • Förderung schwächerer Mittelschüler zur Sicherung der Ausbildungsreife
  • Senkung der Zahl der Schüler ohne Abschluss

Systematische Vorbereitung schwächerer Realschüler, um als Externe den qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erreichen

3.3.2 Schritte zur Umsetzung:

  • Konsequente Förderung schwächerer Mittelschüler durch Unterstützungskurse, um einen guten Quali-Abschluss zu erlangen
  • Konsequente Förderung schwächerer Realschüler durch Unterstützungskurse, um einen möglichst guten Quali-Abschluss zu erlangen
  • Gemeinsame Vorbereitungskurse zum Quali erscheinen sinnvoll.

 

4. Jahrgangsübergreifende Maßnahmen

4.1 Ganztagesangebote

  • Das bereits etablierte Ganztagesangebot (offene Ganztagesschule) wird weitergeführt und auch für die Realschule geöffnet.
  • Das vorhandene Mittagstisch-Angebot (13.00 bis 13.30 Uhr) wird weitergeführt und auch für die Realschüler geöffnet.
  • Wahlfächer beider Schulen im projekt-, berufsorientierten, sowie im sozialen, sportlichen, kreativen und musischen Bereich werden in enger Kooperation angeboten.

 

4.2 Schulsozialarbeit

Das bewährte Konzept der Schulsozialarbeit an der Mittelschule Oberding kann auch der Realschule offenstehen. Sie fördert im Kooperationsmodell die Sozialkompetenz der Schüler und unterstützt Eltern und Lehrkräfte.

  • Konkrete Maßnahmen für Schüler, Eltern und Lehrkräfte sind insbesondere:
  • Krisenintervention
  • soziales Lernen
  • Freizeitgestaltung
  • Gruppenangebote
  • Schnittstelle Schule/Berufsleben
  • Förderung der Schülervertretung
  • Freizeitprojekte
  • Trainingsprogramme (insbesondere für die Persönlichkeitsbildung) 

 

5. Die Unterzeichner des Kooperationsmodells

Landkreis Erding ………………………………………………
Landrat: Martin Bayerstorfer
 
Gemeinde Oberding ………………………………………………
1. Bürgermeister: Helmut Lackner
 
Mittelschule Oberding ………………………………………………
Schulleiter: Peter Hauser
 
Elternbeirat der Mittelschule Oberding ………………………………………………
1. Vorsitzende: Susanna Fink
 
Für die zukünftige Schulleitung und den Elternbeirat der Realschule Oberding ………………………………………………
Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberbayern-Ost: Peter Peltzer
 
Die Unterzeichnung erfolgte von allen Beteiligten am 25. April 2012 im Landratsamt Erding.

 

 

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